Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) für mailbackup.io
Stand: Juli 2026
§ 1 Geltungsbereich, Anbieter
(1) Diese AGB gelten für alle Verträge über die Nutzung des Dienstes mailbackup.io (nachfolgend „Dienst”) zwischen der dedimax solutions GmbH, Wieseneck 32, 17192 Waren (Müritz) (nachfolgend „Anbieter”) und ihren Kunden.
(2) Das Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne des § 14 BGB, juristische Personen des öffentlichen Rechts und öffentlich-rechtliche Sondervermögen. Ein Vertragsschluss mit Verbrauchern ist ausgeschlossen.
(3) Entgegenstehende oder abweichende Geschäftsbedingungen des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, der Anbieter stimmt ihrer Geltung ausdrücklich in Textform zu.
§ 2 Vertragsgegenstand
(1) Der Dienst sichert E-Mail-Postfächer und Kontakte aus vom Kunden angebundenen Quellsystemen (derzeit Microsoft 365 und IMAP-Server) periodisch auf Systeme des Anbieters und stellt die gesicherten Daten dem Kunden über eine Weboberfläche und Programmierschnittstellen zur Suche, Ansicht, Wiederherstellung und zum Export bereit.
(2) Die Sicherung erfolgt fortlaufend-inkrementell ab Anbindung eines Postfachs. Gesicherte Nachrichten werden nicht gelöscht, sondern bei Löschung im Quellsystem lediglich als gelöscht markiert (Append-only-Archiv), soweit der Vertrag besteht.
(3) Der Dienst ist ein Datensicherungsdienst. Er ist kein E-Mail-Dienst, kein Ersatz für den Betrieb des Quellsystems und keine Zusicherung einer revisionssicheren Archivierung im Sinne handels- oder steuerrechtlicher Vorgaben (z. B. GoBD); die Einhaltung solcher Vorgaben im Gesamtsystem des Kunden obliegt dem Kunden.
(4) Der Funktionsumfang im Einzelnen ergibt sich aus der Leistungsbeschreibung auf mailbackup.io in ihrer bei Vertragsschluss gültigen Fassung.
§ 3 Vertragsschluss
(1) Die Nutzung des Dienstes setzt eine Einladung durch den Anbieter voraus. Der Vertrag kommt zustande, indem der Kunde die Einladung annimmt, das Kundenkonto einrichtet und der Anbieter den Zugang freischaltet.
(2) Vertragssprache ist Deutsch.
§ 4 Verfügbarkeit, Wartung, Weiterentwicklung
(1) Der Anbieter erbringt den Dienst mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns, sichert jedoch keine bestimmte Mindestverfügbarkeit zu. Geplante Wartungsarbeiten werden nach Möglichkeit außerhalb üblicher Geschäftszeiten durchgeführt und über die Statusseite des Dienstes angekündigt.
(2) Unterbrechungen des Dienstes berühren bereits gesicherte Daten nicht; nach Wiederanlauf setzt die Sicherung automatisch fort. Zeiträume, in denen im Quellsystem endgültig gelöschte Inhalte vor der nächsten erfolgreichen Sicherung liegen, können naturgemäß nicht nachträglich gesichert werden.
(3) Der Anbieter darf den Dienst weiterentwickeln und verändern, soweit der wesentliche Leistungsumfang nach § 2 erhalten bleibt oder die Änderung dem Kunden unter Berücksichtigung der Interessen des Anbieters zumutbar ist.
§ 5 Pflichten des Kunden
(1) Der Kunde stellt die für die Anbindung erforderlichen Voraussetzungen in seinem Verantwortungsbereich bereit, insbesondere die Registrierung und Konsentierung der erforderlichen Anwendung in seinem Microsoft-Verzeichnis bzw. gültige IMAP-Zugangsdaten, und hält diese aktuell.
(2) Der Kunde sichert zu, zur Sicherung der angebundenen Postfächer berechtigt zu sein, und stellt insbesondere sicher, dass die Einbindung von Postfächern seiner Beschäftigten im Einklang mit den einschlägigen datenschutz- und arbeitsrechtlichen Vorgaben erfolgt. Er stellt den Anbieter von Ansprüchen Dritter frei, die auf einer Verletzung dieser Zusicherung beruhen.
(3) Zugangsdaten und API-Schlüssel sind geheim zu halten. Der Kunde informiert den Anbieter unverzüglich über Anhaltspunkte für eine missbräuchliche Nutzung seines Kontos.
(4) Der Kunde benennt einen fachlichen Ansprechpartner und hält seine Kontakt- und Rechnungsdaten aktuell.
§ 6 Entgelt, Abrechnung
(1) Das Entgelt bemisst sich nach der Anzahl der gesicherten Postfächer je Abrechnungsmonat gemäß der bei Vertragsschluss vereinbarten Preisliste.
(2) Die Abrechnung erfolgt monatlich im Voraus über den Zahlungsdienstleister Stripe. Maßgeblich ist die vom Dienst gemessene Postfachzahl; Überschreitungen der vereinbarten Postfachzahl werden in der Folgeabrechnung nachberechnet. Eine Überschreitung führt nicht zur Unterbrechung der Sicherung.
(3) Alle Preise verstehen sich zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer.
(4) Gerät der Kunde mit der Zahlung in Verzug, ist der Anbieter nach fruchtloser Nachfristsetzung berechtigt, den Zugang zum Kundenkonto zu sperren; die Sicherung wird davon frühestens 30 Tage nach Sperrung eingestellt. Die Geltendmachung weiterer Rechte bleibt unberührt.
§ 7 Datenschutz
(1) Soweit der Anbieter im Rahmen des Dienstes personenbezogene Daten aus den gesicherten Postfächern verarbeitet, erfolgt dies als Auftragsverarbeiter des Kunden. Die Parteien schließen hierzu den Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) des Anbieters, der Bestandteil dieses Vertrags ist.
(2) Im Übrigen gilt die Datenschutzerklärung des Anbieters unter mailbackup.io.
§ 8 Vertraulichkeit
Die Parteien behandeln alle im Rahmen des Vertrags erlangten Informationen über die jeweils andere Partei, die als vertraulich gekennzeichnet sind oder deren Vertraulichkeit sich aus den Umständen ergibt, vertraulich und verwenden sie nur zur Durchführung des Vertrags. Die Pflicht besteht für die Dauer des Vertrags und drei Jahre darüber hinaus fort.
§ 9 Gewährleistung, Haftung
(1) Der Anbieter haftet unbeschränkt für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit sowie nach dem Produkthaftungsgesetz.
(2) Für einfache Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht (Kardinalpflicht), deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf, und der Höhe nach begrenzt auf den vertragstypischen, bei Vertragsschluss vorhersehbaren Schaden, insgesamt jedoch höchstens auf das vom Kunden in den zwölf Monaten vor dem schadensauslösenden Ereignis gezahlte Entgelt.
(3) Die verschuldensunabhängige Haftung für anfängliche Mängel nach § 536a Abs. 1 Alt. 1 BGB ist ausgeschlossen.
(4) Bei Verlust von Daten haftet der Anbieter nur in dem Umfang, in dem der Schaden auch bei ordnungsgemäßer eigener Datensicherung des Kunden — mindestens dem Fortbestand der Daten im Quellsystem bis zur nächsten Sicherung — entstanden wäre.
§ 10 Laufzeit, Kündigung, Datenherausgabe
(1) Der Vertrag läuft auf unbestimmte Zeit und ist von beiden Parteien mit einer Frist von einem Monat zum Ende eines Abrechnungsmonats kündbar. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.
(2) Kündigungen bedürfen der Textform.
(3) Nach Vertragsende hält der Anbieter die gesicherten Daten des Kunden 30 Tage zum Export in einem gängigen Format (EML nebst Metadaten) bereit. Nach Ablauf dieser Frist werden die Daten des Kunden gelöscht; die Löschung nach Maßgabe des AVV bleibt unberührt.
§ 11 Änderungen dieser AGB
Der Anbieter kann diese AGB mit Wirkung für die Zukunft ändern, soweit die Änderung dem Kunden zumutbar ist. Änderungen werden dem Kunden mindestens sechs Wochen vor Wirksamwerden in Textform angekündigt. Widerspricht der Kunde nicht innerhalb von vier Wochen nach Zugang der Ankündigung, gelten die geänderten AGB als angenommen; auf diese Folge wird in der Ankündigung hingewiesen. Im Fall des Widerspruchs ist jede Partei zur Kündigung zum Wirksamwerden der Änderung berechtigt.
§ 12 Schlussbestimmungen
(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
(2) Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist der Sitz des Anbieters, sofern der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist.
(3) Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrags unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.